Futuro y pasado
„Es kommt der Moment im Leben, in dem man die gesteckten Ziele erreicht hat und sich beim Ausscheiden von anderen Unternehmen, die einem als Vorbild gedient hatten, fragt, wo man nun die neue Messlatte anlegen soll, um weiter zu wachsen. Das ist der Moment, in dem man wieder zu zweifeln beginnt.“ Die Zweifel und der Nonkonformismus, von denen Francisco Andreu jahrzehntelang geplagt wurde, haben sich zu einem der Motoren des heutigen Unternehmens entwickelt. „Wenn ich zurückblicke, habe ich immer das Gefühl, nichts Außergewöhnliches erreicht zu haben. Ich denke, das Beste muss erst noch geschaffen werden“, sagt der unermüdliche Unternehmer. „Dabei ist es von Mal zu Mal schwieriger, ein Produkt auf den Markt zu bringen, es zu designen. Es ist leichter, es herzustellen, doch wesentlich schwerer, es zu entwerfen“, urteilt er. Sohn Melchor, der Teil des Teams ist, das die Geschicke des Unternehmens in der Zukunft leiten wird, ist mit seinem Vater einer Meinung und teilt dessen Unternehmergeist. „Das Beste muss immer noch kommen“, sagt auch er. Wie schon gesagt, das Gefühl der Unzufriedenheit ist zum authentischen Motor dieses Unternehmens geworden. Francisco Andreu fährt fort: „Ich weiß nicht, ob es ein Fehler oder eine Tugend ist. Aber ich bin nie mit etwas zufrieden. Ich dachte, dass das Leben niemals zu Ende geht und habe bereits vor einiger Zeit begonnen, die Übergabe von den Eltern an die Kinder vorzubereiten. Ich habe im Laufe der Jahre gelernt, dass vieles eine Frage des Einsatzes, der Arbeit ist. Und, dass Herausforderungen zwar anspornen, aber auch schwer auf einem lasten. Ich bin zufrieden, aber nicht so sehr, dass ich mich stolz fühlen würde.“ Die Bilanz eines Unternehmensgründers. An einen Stuhl stellt Francisco Andreu seit langem stets die gleichen Ansprüche: „Dass er die Investition lohnt. Dass er einzigartig und, wenn möglich, nicht sehr kostspielig ist.“

Dass das Design gerechtfertigt ist, dass es verführt und man sich mit ihm identifiziert, das sind die unerlässlichen Bedingungen, die Sohn Melchor, die dritte Andreu-Generation, an neue Produkte stellt. Mit der Zeit und dank der gemachten Erfahrungen hat er gelernt, den Dingen vorzugreifen: „Ich denke, dass die Globalisierung in 15 Jahren einen Stillstand erfährt. China und später auch Indien werden dann nicht mehr Billigländer sein. Es wird so sein wie mit Japan, das vom billigsten zum teuersten Land der Welt geworden ist“, sagt er.

„Noch gibt es Orte in Afrika, doch was kommt danach? Unternehmen, die ihre Produktion verlegt haben, müssen sich neu definieren. Ich denke, dass dann Rentabilität und Kosten wieder ins Gleichgewicht kommen, und zwar durch den Konsum vor Ort“, fährt Melchor fort. Bis diese Zukunft Wirklichkeit ist, bis diese 15 Jahre, die Francisco Andreu erneut mit Zweifeln erfüllen, vergangen sind, setzt das Unternehmen auf aktuelles, elegantes, intelligentes und feines Design, das auf der gesammelten Erfahrung und Fertigkeit der Menschen basiert, die das Unternehmen ausmachen. Menschen, die mit Liebe und außergewöhnlicher Hingabe jedem einzelnen Stück aus der Designkollektion von Andreu World einen zusätzlichen Wert schenken. Der Stuhl Radical des Argentiniers Alberto Lievore ist zum neuen Standard dessen geworden, was das Unternehmen leisten kann. Die neuen Entwürfe von Lievore, Altherr und Molina, von William Sawaya und Mario Bellini sind das beste, von Mal zu Mal deutlicher skizzierte Bild einer Möbeltischlerei, die zum Unternehmen von Welt geworden ist.

Anatxu Zabalbeascoa
Journalistin und Kunsthistorikerin

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